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GALERIE MARIA KREUZER
IN AMORBACH 1975-2014

2009
AUSSTELLUNGS - PRESSE ARCHIV

Main-Echo 30-09-2009

Phantasievoller, kreativer Dialog mit dem Betrachter

Jürgen Hafner und sein „Befund“ in der Galerie Kreuzer Amorbach


AMORBACH   „Befund“ hat Jürgen Hafner die Ausstellung seiner Bilder genannt, die in den nächsten vier Wochen in der Galerie Kreuzer in Amorbach zu sehen sein wird. „Befund“ meint ebenso Bestandsaufnahme und Diagnose von Zeit, Gesellschaft und Rolle der Kunst wie es an „finden“ erinnert. Und gerade dieses Finden spielt bei den Bildern von Hafner eine große Rolle, der 1950 in Sailauf geboren wurde, fünf Jahre bei Professor Schreiter an der Städelschule in Frankfurt freie Malerei, Grafik und Glasmalerei studierte und heute sein Atelier in Hausen hat. Ein Blick auf seine Objekte aus den letzten drei Jahren in der Galerie Kreuzer und auf Hafners künstlerische Entwicklung beweist, dass man ihn und seine Werke nicht in irgendwelche Schubladen stecken kann. Kunstkenner werden sich noch an die Gruppe „Leihmutter“ und ihre Ausstellung vor zehn Jahren in der Jesuitenkirche erinnern. Zu dieser Gruppe zählte auch Hafner und Maria Kreuzer ist dabei, nach und nach alle Mitglieder von „Leihmutter“ zehn Jahre nach dem sang- und klanglosen Ende der Gruppe in ihrer Galerie zu präsentieren.

Für Hafner ganz wichtig: die Auseinandersetzung mit Hans Ottes „Buch der Klänge“. Beim Versuch, die Klänge des Komponisten in Filmbilder umzusetzen, mit Überblendungen und phantasievoller, einfühlsamer malerischer Gestaltung, hat er zu der Technik gefunden, die nun in Amorbach zu sehen ist. Ausgehend von seinen „Farbräumen“, einem vielschichtigen, sehr differenzierten Malen, bei dem die Schichten in fast homöopathischen Dosen aufgetragen werden und eine interessante, lucide Wirkung erzeugen, verteilt er auf diesen Farbräumen Bildelemente und Objekte nach eigenen Angaben „ganz impulsiv“, Elemente, die er mal im Internet, mal in einem alten Duden, mal „auf der Straße“ findet. Mit ihnen füllt er diese Farbräume so, dass der Betrachter selbst entscheiden kann, welche Bedeutung die einzelnen Objekte und auch das Gesamtbild für ihn haben. Verblüffenderweise kommt die Dynamik und Bewegung, die Hafners filmische Umsetzung auszeichnet, auch in den Bildern zum Tragen, erhalten selbst die leeren Räume eine eigene Bedeutung in diesen Bildern mit Acryl auf Nesseln oder Leinwand.

  Zum „Befund“ ist der Betrachter aufgerufen, und Hafner verzichtet auf jede dogmatische Interpretation – beispielsweise durch einengende Titel. Bezeichnungen wie „Die Tochter des Brandmeisters“, „Magritte ist aus dem Fenster geflogen“ oder „Zertifikat“ regen eher die Phantasie an, statt sie zu fesseln, und selbst Bilder wie die „Zertifikate I – III“, auf denen relativ konkret ein Waldbrand, eine rauchende Müllhalde und ein Einfamilienhaus zu sehen sind, sind eine Einladung zur Interaktion, weil sie offen lassen, was die Kombination dieser drei Motive bedeuten könnte und selbst scheinbar unmissverständlichen Katastrophen noch eine ganz besondere Ästhetik abgewinnen.

  Dass Töne für Hafner ganz wichtig sind, machte auch die Musikperformance bei der Vernissage deutlich. Auf der Gitarre und mit Text präsentierte er zusammen mit dem Musikprofi Wolfgang Schliemann (Percussion) und mit Caroline Knöbl (Improvisationstanz) eine Klangaktion, die – wie Hafners Bilder – zur Interaktion einluden und der Phantasie eine Bresche schlugen.

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