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GALERIE MARIA KREUZER
IN AMORBACH 1975-2014

2009
AUSSTELLUNGS - PRESSE ARCHIV

Main-Echo 28-04-2009

„Grad aus“ – Kunst jenseits des Mainstreams

Bilder Hans Krakau und Skulpturen Matthias Kraus präsentiert in der Galerie Kreuzer


AMORBACH  Bis zum 24.Mai gibt es in der Galerie Kreuzer in Amorbach Bilder und Skulpturen von zwei Künstlern zu sehen, die sich ganz bewusst dem Mainstream verweigern und ohne Schielen auf vordergründigen Erfolg arbeiten. Hans Krakau, vor 60 Jahren in Köln geboren und seit einem Vierteljahrhundert in Wörth am Main zuhause, und Matthias Kraus, 1954 in Fulda geboren, seit 20 Jahren mit einer Werkstatt in Hasselroth und seit vier Jahren mit einem Atelier in Berlin, sind seit langen mit ihrer individuellen Arbeitsweise, mit ihren ganz bewusst sozialkritischen und oft auch politisch orientierten Objekten in Einzel- und Gruppenausstellungen präsent. In Amorbach haben sie sich auf ein einheitliches Format bei den meisten Bildern geeinigt: 40 mal 40 Zentimeter messen die Siebdrucke, die Bilder mit Mischtechnik, mit Kreide und Acryl, die Tuschezeichnungen – einheitlich im Format, aber alles andere als uniform oder gar langweilig in Gestaltung und Aussage.

 Zwei Figuren sind zu Markenzeichen der beiden Künstler geworden: der „Franz“ des Matthias Kraus und der „Piker“ des Hans Krakau. Auch sie sind in Amorbach zu finden und regen die Betrachter genau so zur aktiven Auseinandersetzung an wie die Bilder und die Skulpturen. Ob der Kopf aus Walzblei und Lötzinn oder die Stele mit „Female“ oder „Male“ aus patiniertem Walzblech von Hans Krakau, ob der „Fliegerfranz“ im Bronzeguss und die filigranen Drahtobjekte „Miss Sushi“ oder „Mademoiselle est belle“ von Matthias Krakau – immer ein Blickfang in der Galerie Kreuzer inmitten der Bilder, die bei aller Individualität der beiden Künstler ihre tiefe innere Verwandtschaft zeigen. Die „rote Serie“ Krakaus ergänzt sich idealtypisch mit Kraus’ „Anna mit rotem Buch“, Krakaus veredelte Street Art lässt sich stimmig mit Kraus’ Tuschezeichnungen und seinen Folienzeichnungen kombinieren, die mit einfachen Mittel ganz verblüffende Tiefe und Dreidimensionalität erzeugen.

„grad aus“ lautet der Titel der Ausstellung und spätestens in der Vernissage am Sonntagnachmittag wurde klar, wie passend diese Bezeichnung ist. Engagierte Kunst, Kunst die Stellung nimmt, aber nie ideologisch oder mit Missionierungsanspruch daherkommt – das ist typisch für Krakau und Kraus, die beide den Betrachter immer wieder zum Dialog mit den Kunstwerken animieren. „Egal, wie lange ich mein Geschäft schon betreibe, ich fühle mich immer, als stünde ich ganz am Anfang“, sagt Kraus, und Krakau setzt auf den „Aha-Effekt“, der beim Dialog zwischen Betrachter und Kunstwerk entsteht. Beide stimmen vollständig mit Pablo Picasso überein, der vor gut 70 Jahren formulierte: „Der Maler ist gleichzeitig ein politisches Wesen, stets aufnahmebereit für bewegende, brennende oder glückliche Ereignisse, die er in jeder Weise erwidert. (...) Nein, Malerei ist nicht dazu da, um Appartements zu schmücken. Sie ist eine Waffe zu Angriff und Verteidigung gegen den Feind.“ Genau das gibt es in den nächsten vier Wochen in der Galerie Kreuzer zu sehen: Kunst ohne gekrümmtes Rückgrat, offen und engagiert – „grad aus“ eben!

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