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GALERIE MARIA KREUZER
IN AMORBACH 1975-2014

2011
AUSSTELLUNGS - PRESSE ARCHIV

Mobirise

Main-Echo 26-10-2011

Kunst zeigt die Wahrheit hinter der Oberfläche

Julia Nuss I Malerei - Installationen und Peter Völker I Malerei in der Galerie Maria Kreuzer in Amorbach


Amorbach.     Amorbach. „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“ lautet ein fast schon zu oft gehörtes Wort Pablo Picassos. Richtig ist es trotzdem, wie die neue Ausstellung in der Galerie Maria Kreuzer in Amorbach beweist. Die Wahrheit hinter der Oberfläche durch die Augen des Künstlers sichtbar machen, das scheint das gemeinsame Ziel von Julia Nuss und Peter Völker, die ihre Werke in den nächsten vier Wochen im Barockstädtchen präsentieren. 

Die 35-jährige Julia Nuss, in Erlenbach geboren, und der 54-jährige gebürtige Karlstädter Völker haben sich erst vor zwei Jahren kennen gelernt, als sie im Neuen Kunstverein Aschaffenburg Einzelausstellungen zeigten. Ihre Entscheidung aber, gemeinsam in Amorbach auszustellen, muss jedem schlüssig scheinen, der die Galerie betritt. Julia Nuss präsentiert Bilder und Installationen, die ihre intensive Auseinandersetzung mit der vordergründigen Realität spiegeln, Strukturen und Systeme thematisieren und versuchen, sie durch die künstlerische Auseinandersetzung zu verstehen. Nicht von ungefähr hat sie für die Ausstellung den Titel „Die Zukunft hinter sich lassen“ gewählt. Die Installation „komplexe systeme“ im Fenster der Galerie bricht das Licht in Lupenfolie und Plexiglas, verfremdet und erhellt zugleich das Panorama des Städtchens und die Konfrontation zwischen Außen und Innen. Dass dabei dem Zufall, dem Lichteinfall, eine große Bedeutung zukommt, ist durchaus gewollt, schließlich will die Künstlerin aus gewohnten Sicherheiten reißen, die oft nur aus fehlender Sensibilität resultieren. Collagen, Arbeiten mit Ausrissen und Ausschnitten, Überlagerungen und Schichtungen bestimmen ihre Bilder, die in Amorbach zu sehen sind, bilden eine künstlerische Entsprechung zum menschlichen Gedächtnis mit seiner ausschnitthaften Focussierung, mit weißen Flecken und mit verschiedenen Ebenen. Malerei auf Nessel und Satin, Fliegengitter, eine Installation aus Buchbinderpappe – Zelte von Hilfsorganisationen in ganz neuer Funktion im Raum -, ein ungewohnter und verfremdender Blick ins „Innenleben“ des Teilchenbeschleunigers mit Collagetechnik und Überlagerungen zeigen: Vordergründige Sicherheit gibt es nicht, das Leben ist komplex und Julia Nuss’ Kunst setzt sich damit auseinander.

Peter Völkers Bilder suchen ebenfalls die – subjektive – Wirklichkeit hinter dem fotografischen Abbild. Seine großformatigen portugiesischen Landschaften „Lusitano“, Acryl auf Leinwand, ziehen den Betrachter ins Bild hinein, provozieren die intensive Auseinandersetzung mit dem Blick des Künstlers auf Landschaften, die verfremdet wirken, aber vielleicht gerade die Wirklichkeit hinter der Oberfläche von Postkartenidyllen zeigen. „Schleierlandpunkt“ nennt Völker seine Werke, die von drei Elementen bestimmt werden, von zahlreichen faszinierend vielschichtigen Lasuren, von Motiven, die durch mehrfache Kopiervorgänge innere Grundstrukturen aus Ansichten herausarbeiten, und durch Ornamente, die sich als transparente weißliche Punkte über die Landschaften legen, sie verfremden, zugleich aber auch subjektiv bereichern und strukturieren. Die monochromen, transparenten Übermalungen werden von den Farben Ocker und – eine neue Entwicklung – Blau dominiert, Bildmotive werden verdeckt und in der Farbwirkung gebrochen. Die Werke Völkers in Amorbach zeigen, welch unterschiedliche Wirkungen diese Methode nicht nur je nach Format des Bildes hervorrufen sondern auch nach dem Grad der Formreduktion und der Formverdichtung. Beim Betrachter entwickelt sich mal ein Gefühl von idyllischer Schönheit, mal von Vergänglichkeit und Verschwinden – vielleicht auch das ein Spiegel des Lebens in all seiner Komplexheit.

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