bootstrap responsive templates

GALERIE MARIA KREUZER
IN AMORBACH 1975-2014

2012
AUSSTELLUNGS - PRESSE ARCHIV

Mobirise

Main-Echo 23-10-2012

Kontrast und Symbiose in Bild und Skulptur

Joachim Kersten I Malerei und Franz Weidinger I Skulpturen präsentieren ihre Werke in Amorbach


Amorbach. Gegensätze ziehen sich an. Wer sehen will, dass diese etwas triviale Weisheit tatsächlich stimmt, sollte in den nächsten vier Wochen auf jeden Fall die Galerie Kreuzer in Amorbach besuchen. Dort zeigt die Galeristin Maria Kreuzer nämlich Werke von zwei Künstlern, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Die oft großformatigen, sehr farbintensiven Bilder des Joachim Kersten könnten jedes noch so große Wohnzimmer problemlos dominieren. Figuration ist nicht Kerstens Anliegen, er setzt Farbflächen gegeneinander, spielt mit Farbtönen in einer spannenden Mischtechnik aus intensiven, oft strahlenden Acrylfarben und einer Schellackoberfläche, deren Reißen der 1953 in Bamberg geborene Künstler bewusst einplant. Eine allzu glatte, allzu schöne Oberfläche wäre ihm sicher zu langweilig und nichtssagend. Zugleich spiegeln die Bilder neben dem Strahlen und der Farbintensität in Abstraktion auch bewusst Brüche, Spuren des Vergehens, der Endlichkeit – auch das ein schier unüberbrückbarer Gegensatz in einem Kunstwerk. Immer spricht Kersten den Betrachter konkret an, zwingt ihn fast, sich mit den Bildern auseinanderzusetzen, das aus ihnen herauszuholen, was er in ihnen erblickt. Die Titel, die der Künstler seinen Werken gibt, können diesen Kommunikationsaspekt noch verstärken und zwar durch den Widerspruch, zu dem sie vermutlich so manchen Rezipienten provozieren. Der Titel „Hierarchie“ ist noch nachvollziehbar, bilden die Werke doch so etwas wie eine Rangfolge von Formen und Farben ab. Die zwei Fassungen von „Wolken“ dagegen würde wohl so mancher Betrachter gerne ersetzen, beispielsweise durch einen Titel wie „Pfingstwunder“ – eine subjektive, aber nachvollziehbare Assoziation, in der sich natürlich auch immer der Erfahrungsschatz und die kulturelle Sozialisation von Kunstfreunden spiegelt. Eine Art der Reaktion, die der Künstler, der in Nürnberg und im texanischen Fort Worth lebt und arbeitet, sicher gerne in Kauf nimmt.

Von Gegensätzen war die Rede und genau diese Gegensätze machen die aktuelle Ausstellung in Amorbach so reizvoll. Vor den dominanten, farbintensiven Bildern behaupten sich ganz erstaunlich kraftvoll oft sehr kleine, ziselierte Skulpturen aus Hartholz und aus Bronze. Franz Weidinger, der 1966 in Neumarkt geborene Bildhauer, der 1993 in seinem Studium Meisterschüler bei Professor Tim Scott in Nürnberg war und zahlreiche Preise für seine Arbeiten erhalten hat, schält beispielsweise aus Eichen- oder Obstbaumholzquadern kleine Figuren heraus, Menschlein, die in ihrer Umgebung mal wie eingekerkert wirken, meistens aber geschützt in ihrem „Holzmantel“. Sie wirken wie mythische, wie göttliche Wesen, erinnern an die Manen der Römer, werden in ihrem Umfeld mal enthüllt, man ummantelt. Weidinger legt sie, legt ihr Wesen frei und präsentiert sie dem Betrachter scheinbar ungeschützt, aber doch immer mit Bezug zum Umfeld. Dass der Kunstfreund selbst entscheiden kann, ob die Sockelfigur, die Figurenspäne und –stäbe, oder auch die Figuren in Steck- und Drehschrein, mal in Hartholz, mal in Bronze, den Blicken ausgesetzt sind oder sich nach wie vor in einem Schutzraum befinden, trägt sicher zur intensiven Wirkung dieser Skulpturen bei. Der Künstler schafft sie tatsächlich aus einem Stück Holz – neben dem interessanten künstlerischen Ansatz auch eine bewundernswerte handwerkliche Leistung. Exaktheit neben der Phantasie spiegeln auch Weidingers Bleistiftzeichnungen, die so etwas wie Entwürfe und Variationen der Skulpturen darstellen – auch sie sind in Amorbach zu sehen.

PRESSE ARTIKEL AUF- UND ABBLÄTTERN

     

GALERIE MARIA KREUZER
IN AMORBACH 1975-2014
WEITERE THEMEN

DANKE FÜR IHR INTERESSE !

KONTAKT  I  IMPRESSUM


© 2017 MARIA KREUZER