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GALERIE MARIA KREUZER
IN AMORBACH 1975-2014

2010
AUSSTELLUNGS - PRESSE ARCHIV

Mobirise

Main-Echo 15-06-2010

„Happening der enttäuschten Erwartungen“
in Amorbach

Leihmutter“ präsentiert sich zum ersten Mal nach zehn Jahren wieder gemeinsam


Amorbach.  Kunsttraditionalisten werden in den nächsten drei Wochen einen mittleren Schock erleiden, wenn sie die Galerie Kreuzer in Amorbach besuchen. Gähnende Leere in beiden Räumen, an der Wand zieht sich in Spiegelschrift ein Schriftband von rechts nach links, das nach mühsamem Entziffern sein Geheimnis preisgibt: „die Galerie ist vom dreizehnten sechsten bis vierten siebten geschlossen“. Dazu stehen in einer Glasvitrine einige Holzklötzchen mit jeweils einem silbern glänzenden Schlüsselrohling. Was es damit auf sich hat, verrät eine Karte: „Dieser Rohling kann von Ihnen, mit Zustimmung der Galeristin, zum echten Galerie Schlüssel ausgearbeitet werden. Damit können Sie diese und alle folgenden Ausstellungen, zu jeder Tages- und Nachtzeit, besuchen.“

Wer unter den rund 50 Vernissagebesuchern am Sonntagnachmittag noch immer ratlos war, dem half Dr. Thomas Richter weiter, Leiter der städtischen Museen in Aschaffenburg. Er lieferte einige Theorien darüber, was Leihmutter, diese Gruppe von vier Künstlern - Jürgen Hafner, Wolfgang Müllerschön, Ralf Münz und Roland Wolf - mit ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung nach fast zehnjähriger Pause sagen will. In den letzten Monaten hatte die Galeristin Maria Kreuzer die vier Künstler in Einzelausstellungen vorgestellt, und nun, so Richter, präsentierten die vier gemeinsam in einer „zurückgenommenen“ Darstellung eine Ausstellung, in der „keine Kunst im Weg steht“, in der „Kunst abwesend“ ist. In Amorbach sei ein „Happening der enttäuschten Erwartungen“ zu sehen, eine Art „Verschwörung gegen das Publikum“, zugleich aber eine fruchtbare Zumutung und eine Chance für jeden Betrachter, seine „Autonomie zurück zu gewinnen“, den Kontext der Präsentation selbst herzustellen und sich der „eigenen Befindlichkeit“ bewusst zu werden. „Es geht um Sie!“ rief Richter den Vernissagebesuchern zu, die Ausstellung biete die Chance, sich „frei von den Objekten zu machen“.

Wer „Leihmutter“ kenne, so der Leiter der städtischen Museen, erkenne in der Galerie Kreuzer einige Grundzüge der Gruppe wieder: den Umgang mit dem Raum, der selbst zum Thema werde, die Bedeutung der Farbe Grün auf der Zeichenebene und schließlich die zentrale Bedeutung von Schriftzeichen. Auch für sich selbst als Ausstellungsmacher konnte Richter einen Gewinn aus der Präsentation in Amorbach ziehen, als er auf die Schilder an den leeren Wänden des zweiten Raumes hinwies, die auf die Objekte der Einzelausstellungen von Müllerschön, Hafner, Wolf und Münz in den vergangenen Monaten erinnerten: „Das könnte eine Mahnung an uns sein, dass wir mit Kunst erbärmlich umgehen, sie nur als Durchlauferhitzer nutzen.“ Schließlich müsse man sich die Frage stellen: „Was hinterlassen wir mit unserer Arbeit in Ihren Köpfen?“   

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