bootstrap responsive templates

GALERIE MARIA KREUZER
IN AMORBACH 1975-2014

2010
AUSSTELLUNGS - PRESSE ARCHIV

Mobirise

Main-Echo 12-07-2010

Kaltfüßigkeit des demokratisierten Kunst-Stoffs

Kunst: Ottmar Hörl in der Amorbacher Galerie Kreuzer


Amorbach.  Kommst in die Galerie, um dir Kunst anzuschauen - und fühlst dich selbst beobachtet: Stehen da bei Maria Kreuzer in Amorbach doch tatsächlich drei Plastik-Typen im Schaufenster und zoomen dich mit ihren Ferngläsern beim Marsch den Geisgraben hoch heran.

»Geheimnisträger-Set« nennt Ottmar Hörl dieses 2006 aus der Plastik-Presse gekommene Trio, das ganz neugierig ist auf jene, die sich in der gestern eröffneten Ausstellung mit Bildern und Objekten des Künstlers aus Wertheim-Dietenhan tummeln. Denn dort - kommen Sie, sehen Sie, staunen Sie! - eröffnet sich tatsächlich ein Geheimnis - nein, eigentlich sind es zwei: Ottmar Hörl malt neuerdings und seine Objekte der Kunst(stoff)-Demokratie staunen über das, was Mensch so alles auf Leinwand pinselt.

Es ist eine ungemein spaßige Ausstellung zum 35. Geburtstag der Amorbacher Galerie: Künstler, die bisher hier zu sehen waren, zeigen sich auf Schnappschüssen und bei spontanen Aktionen im Hinterzimmer zu Hörls schwarz-rot-goldenen Sponti-Zwergen, die nichts hören/sehen/sagen und ansonsten dem Gutbürgerlichen den Stinkefinger zeigen. In den Schaufensterräumen sind Ansichten klassischer Mal-Kunst zu sehen, die Hörl als Leinwand-Prints vervielfältigt (Auflage: jeweils drei) und mit schwarzem Tuch züchtigt: Da trägt beispielsweise Francois Bouchers (1703 bis 1770) »Diana nach dem Bade« plötzlich schwarze Socken - und drei Oranje-Erdmännchen schauen nonchalant über diese kulturelle Kaltschnäuzigkeit, pardon: -füßigkeit hinweg.
Aber kein Schelm, der Präsident der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg: Denn im ursprünglichen Wortsinn war der Schelm der ritterliche Beiname eines »Todbringers«. Dabei belebt Ottmar Hörl mit seinen auch in Amorbach feil gebotenen Massen-Objekten die Kunst, indem er sie moderatpreisig für viele bezahlbar macht. Und er in der Ausstellung auf höchst komische Weise zeigt, dass Kunst nicht Können, sondern die Idee dazu bedeutet. Egal: Soviel Witz zoomt dich ganz einfach in diese Schau.

Stefan Reis   

PRESSE ARTIKEL AUF- UND ABBLÄTTERN

    

GALERIE MARIA KREUZER
IN AMORBACH 1975-2014
WEITERE THEMEN

DANKE FÜR IHR INTERESSE !

KONTAKT  I  IMPRESSUM


© 2017 MARIA KREUZER