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GALERIE MARIA KREUZER
IN AMORBACH 1975-2014

2012
AUSSTELLUNGS - PRESSE ARCHIV

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Main-Echo 09-05-2012

Spannender Dialog zwischen archaischen Landschaften und facettenreicher Keramik

Peter W. Rudolph und Andrea Müller präsentieren ihre Werke in Amorbachs Galerie Maria Kreuzer


Amorbach.    Fünf Wochen lang sollte die Galerie Maria Kreuzer in Amorbach Kunstfreunde aus Nah und Fern anziehen, wenn … ja wenn künstlerische Qualität gepaart mit Experimentierfreude und unverwechselbarer Handschrift so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wie sie es verdienen. Es ist ein spannender, facettenreicher und harmonischer Dialog zwischen den Keramikobjekten der Andrea Müller aus Aschaffenburg und den „Sierras“, den Acrylbildern des Peter W.Rudolph, der heute in Dieburg lebt und arbeitet.

34 Keramikobjekte hat die 1955 in Heidelberg geborene Andrea Müller, die ihre Werkstatt seit mehr als 30 Jahren in Aschaffenburg hat und für ihre Arbeit unter anderem mit dem Kulturpreis der Stadt Aschaffenburg und dem Bayerischen Staatspreis ausgezeichnet wurde, mit nach Amorbach gebracht. Dass ihre Werke und die Bilder des Peter W. Rudolph so ideal zu einem Gesamtkunstwerk in der Galerie Kreuzer verschmelzen würden, überraschte vor Ort bei der Vernissage sichtlich beide Künstler und begeisterte die zahlreichen Vernissagegäste. Dass Müller über die Bildhauerei zur Keramik gefunden hat, spiegelt sich beispielsweise in ihren Raku-Figurenvasen, die für sensible Betrachter eine faszinierende Mischung aus Vase und Skulptur erkennen lassen, zeigt sich auch in der Technik, die oft Drehen und Montieren kombiniert, bis unverwechselbare Rakuobjekte entstanden sind. Reduzierende Brandttechnik und die spannungsreiche Gestaltung der Oberflächen, mal pastose Glasuren, der Gegensatz zwischen den glasierten und den rauen Oberflächen, eine Mischung aus kraftvoller Arbeit und subtilen Andeutungen, fast irritierende malerische und zeichenhafte Farbakzente – Andrea Müllers Objekte erschließen sich ganz erst, wenn man sie optisch und auch haptisch „begreift“. Besonders reizvoll: Rakuvasen, die wie ohne Umweg aus jahrtausendealten Urnengräbern geborgen wirken – authentisch und archaisch im besten Sinn.

Authentisch und archaisch sind auch die Begriffe, die am besten die 18 ausgestellten Bilder von Peter W. Rudolph charakterisieren. Der 1933 in Großostheim geborene Künstler, der Werbe- und Gebrauchsgrafik bei Professor Formhoff studiert hat, kann und will nicht leugnen, dass ihn Spanien tief geprägt hat. 1970 hatte er bereits ein Atelier bei Alicante eingerichtet, und nach seiner Arbeit als Art-Director in einer Werbeagentur ist er als freischaffender Künstler wieder zu diesen Wurzeln zurückgekehrt, hat seine Liebe zu dieser Landschaft erst in farbenfrohen Aquarellen verewigt und seit der Jahrtausendwende den „Sierras“ mit „Impressionen aus Spaniens Mitte“ ein besonders beeindruckendes künstlerisches Denkmal gesetzt. Diese Bilder – großformatige, unverwechselbare Werke aus Acryl mit Tusche – zeigen die faszinierenden Landschaften als archaische Reflexionen, die mit Licht spielen und arbeiten, die Tiefen erahnen lassen und den Betrachter in die Bilder hineinziehen. Ganz deutlich wird die fortschreitende Reduktion in der Darstellung, eine ganz individuelle Maltechnik, die ahnen lässt, warum Rudolph den Begriff „Haut der Erde“ verwendet, wenn der von diesen Landschaftsbildern spricht. Die lassen nämlich traditionelle Landschaftsdarstellungen schnell vergessen, wirken wie Auseinandersetzungen des Künstlers mit einem lebendigen Gegenüber. Thomas Richter, der Leiter der Museen Aschaffenburg, sprach davon, dass man durch dieses „Tor ins Archaische der Landschaft“ den „Weg in uns selbst“ finden könne – und tatsächlich entfalten die Krusten, die Strukturen, die Schichtungen in den menschenleeren Bildern Rudolphs für den sensiblen Betrachter eine ungeahnte Sogwirkung, zumal sie auf überkommene Bildkonventionen der Landschaftsmalerei konsequent verzichten und damit das Credo Rudolphs künstlerisch umsetzen. „Gefühle sind mir wichtiger als Besonnenheit“ verrät der Künstler, der bekennt, dass „ich Spanien viel, wenn nicht alles verdanke“. (hlin)

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