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GALERIE MARIA KREUZER
IN AMORBACH 1975-2014

2012
AUSSTELLUNGS - PRESSE ARCHIV

Mobirise

Main-Echo 06-08-2012

Tonobjekte mit Experimentierfreude, Phantasie
und Kreativität

Galerie Kreuzer zeigt „Bilder und Objekte“ von Christa Steinmetz aus Kelkheim


Amorbach.  Keramikarbeiten und Bilder – eine Kombination, die für Kunstfreunde nichts Neues ist. Wer allerdings in den nächsten fünf Wochen den Weg in die Galerie Kreuzer nach Amorbach findet, wird viel Neues zu sehen bekommen. „Bilder und Objekte“ lautet der Titel, unter dem 40 Arbeiten der Künstlerin Christa Steinmetz zu sehen sein werden – ein nüchterner Titel, der nicht ahnen lässt, wie viel Phantasie, Experimentierfreude und Kreativität in der perfekt inszenierten Präsentation auf den Besucher warten.

Die 65-jährige Christa Steinmetz lebt und arbeitet in Kelkheim, wurde in den 80er Jahren entscheidend durch die Keramikerin Paula Unger in Sao Paulo beeinflusst und fasste 1994 den Entschluss, sich ganz auf die Freie Keramische Plastik zu konzentrieren. Das Ergebnis ist beeindruckend: Es gibt kaum eine Technik, die bei den Objekten in Amorbach nicht in Perfektion zu sehen ist: Engoben sorgen farblich und formal für spannende Facetten, naked Raku setzt Schlickerschichten zielgerichtet, aber auch mit dem Mut zum Scheitern ein und fußt auf der Bereitschaft, immer wieder klare Planung und Konstruktion durch Spontaneität und Zufall beim Entstehungsprozess der Keramiken überlagern zu lassen. Die Künstlerin ist offensichtlich stets offen für Überraschungen. Kapselbrand und Hochbrand sind zwei weitere Techniken Steinmetz’, die sie vor allem bei den Objekten einsetzt, die vermutlich am meisten Aufmerksamkeit auf sich ziehen werden: „Ohne Anfang und Ende“ und „Um die Ecke“ heißen Skulpturen, die aus 40 einzelnen Teilen zusammengesetzt sind, ineinander verschiebbar, wie eine Kette wirken und den Betrachter zum aktiven Eingreifen auffordern, um so selbst eine ganz spezielle Struktur zu gestalten. Hier lässt sich nachvollziehen, was die Künstlerin meint, wenn sie über die Faszination durch das Material Ton spricht, der mal weich und formbar, mal hart und spröde wirke. Die „Labyrinthe“ – in Raku oder Kapselbrand – bringen die Besucher, die sich auf „normale“ Keramik eingestellt haben, ebenfalls zum Staunen.

  Sehr interessant: die Oberflächen. Eingebrannte oder in Acryl aufgetragene Farbtöne sorgen für eine ganz besondere Wirkung, lassen in „Tiefgang“ eine intensive blaue Tiefe entstehen, gestalten das „rote Haus“ und das „blaue Haus“ zu archaisch wirkenden Objekten, die Geborgenheit genau so spiegeln wie exotisches Flair. Auch diese Ausstellung zeigt, dass Häuser und Boote eine wichtige Phase im Schaffen der Christa Steinmetz geprägt haben, Symbole in schöner Gegensätzlichkeit: mal Zeichen für Bodenständigkeit, Geborgenheit und Beständigkeit, mal Aufbruch, Abenteuer und Entdeckerlust.

  Relativ neu im Schaffen der Künstlerin: Sie bannt die Objekte über die Fotografie in eine zweidimensionale Darstellung, verfremdet und abstrahiert sie, so dass sich in der Galerie Kreuzer eine ganze Fülle von bildlichen Darstellungen finden, die mal die Objekte schlüssig ergänzen, mal ganz für sich stehen können. Auch hier beweist Christa Steinmetz wieder die Beherrschung unterschiedlichster Techniken und lässt ihrer Experimentierfreunde freien Lauf: Collagen mit Wachs und Acryl, kaschierte und veredelte Fotos, Frottagen, Fotos auf transparenten Folien sind zu sehen, und sogar die Cyanotypie, der Blaudruck, das alte Edeldruckverfahren zeigt in Amorbach seinen ganz eigenen Reiz, das Schweben zwischen den Realitätsebenen in „Blaue Gedanken I – IV“ und im „noch nicht – nicht mehr“. Ebenfalls ein erfreulicher Anblick: die Preisliste. Die meisten Bilder und Objekte sind unter 500 Euro zu erwerben – eine Gelegenheit, die bald vorbei sein dürfte, wenn die Erfolgsgeschichte der Künstlerin in diesem Tempo weiter geht. (hlin)

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