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GALERIE MARIA KREUZER
IN AMORBACH 1975-2014

2012
AUSSTELLUNGS - PRESSE ARCHIV

Mobirise

Main-Echo 02-04-2012

Der Mensch und die Welt – authentische Kunst
in Amorbach

Bilder von Ingrid Jureit und Plastiken von Horst Seller im künstlerischen Dialog


Amorbach.    Es ist eine Art existentieller Dialog zweier Künstler über Kernfragen menschlicher Erfahrungen und emotionaler Momente, es ist ein höchst ästhetisches „Gespräch“ zwischen Malerin und Skulpturengestalter rund um die Auseinandersetzung des sensiblen Menschen mit der Welt, der vier Wochen lang in gewohnt überzeugender Präsentation in der Galerie Maria Kreuzer in Amorbach zur konstruktiven, kreativen Auseinandersetzung einlädt.

Dass sich Ingrid Jureit aus Hofheim im Taunus und Horst Seller aus Heidelberg seit langem kennen und schätzen, macht schon der erste Blick in die Ausstellungsräume deutlich. Sie haben sich an der Kunstakademie Bad Reichenhall kennen gelernt, wo Ingrid Jureit mit großem Erfolg ihre Kunstphilosophie an zahlreiche Schüler aus der ganzen Welt weitergibt. Und sie haben gleich gemerkt, dass sie – flapsig ausgedrückt - „ähnlich ticken“, dass es ihnen darum geht, sich nicht mit L’art pour L’art zufrieden zu geben, sondern mit ihren Bildern und Skulpturen einen sehr ehrlichen, sehr authentischen Beitrag über den Menschen, seine Befindlichkeit, das Bewusste und das Unbewusste, zu leisten – einen sehr persönlichen Beitrag, mit dem sie auch von sich selbst viel preisgeben.

Die Bilder der Ingrid Jureit, großformatige Acrylarbeiten, Zeichnungen und Lithografien in kleinen Auflagen, zeigen immer wieder den Menschen, oft „nur“ in Umrissen, nur angedeutet, meist gesichtslos, beschwören unter dem sprechenden Titel „Tagebuchnotizen“ existentielle Chiffren persönlicher Erinnerung und Beobachtungen. Linien ziehen sich wie Gespinste über das Blatt, Umrisse spiegeln die zweite Ebene der menschlichen Wahrnehmung jenseits der oberflächlichen Realität, Farben, mal kräftig, meist eher zurückhaltend, aber doch spürbar eingesetzt, transportierten Stimmungen, die alles andere als eindeutig und klar durchschaubar sind – genau so wie im „richtigen Leben“. Erinnerungen steigen aus Vergessenem oder Verdrängtem auf, werden sichtbar und wirksam – selten hat man das als Betrachter auf Bildern so überzeugend – und auch in attraktiver Ästhetik - nachvollziehen können. Der Symbolgehalt spielt eine ganz zentrale Rolle, ob es um die Gesten der Figuren geht oder um die Farben mit all ihren Bedeutungsfacetten. Gut nachvollziehbar, dass Werke von Ingrid Jureit, studierte Kunsthistorikerin und seit mehr als 30 Jahren freischaffende Künstlerin, längst im In- und Ausland sehr gefragt sind und mit mehreren hochrangigen Preisen ausgezeichnet wurden.

Ein idealer Dialogpartner: der 1938 in Eberswalde geborene Horst Seller, im bürgerlichen Beruf Professor für Physiologie in Heidelberg, ein Künstler, der in Amorbach mit seinen Skulpturen seine Sicht auf den Menschen in der Welt formt. Zinnfiguren auf Stahlplatten, vor allem aber die dreidimensionalen, geheimnisvollen Objekte aus Zinn und Zinnblech mit Gips oder Zement – Antworten, manchmal auch neue Fragen im Dialog mit den Bildern von Ingrid Jureit, auf den ersten Blick zurückhaltende Werke, die ihren Reiz und ihre Tiefe erst allmählich preisgeben. Hier hat Seller ganz praktisch und handfest klar gemacht, was er meint, wenn er davon spricht, dass Kunst nie zu einem „Konsumangebot für ‚Schöner Wohnen’“ verkommen dürfe. Ohne missionarischen Gestus und ohne platte Botschaft nimmt der Künstler mit seinen Skulpturen Stellung zu aktuellen Problemen und gießt die schwierige Beziehung zwischen den Menschen auf das Zentrale konzentriert in abstrakte Formen, die den Betrachter herausfordern. Dass man Horst Seller auch als Maler gerne in Amorbach sähe, machen seine Kataloge deutlich. Bleibt zu hoffen, dass positive Publikumsreaktionen in den nächsten vier Wochen die beiden Künstler noch einmal in das Städtchen locken. Das künstlerische Potential von Jureit und Seller wird jedenfalls sicher nicht nur die Galeristin Maria Kreuzer überzeugen. (hlin)

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