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GALERIE MARIA KREUZER
IN AMORBACH 1975-2014

2012
AUSSTELLUNGS - PRESSE ARCHIV

Mobirise

Main-Echo 01-03-2012

Kunst lotet den „Spielraum“ aus und öffnet die Augen

 Ulrike Thiele gestaltet die Galerie Kreuzer in Amorbach in ein Gesamtkunstwerk um


Amorbach.   58 Objekte stehen und hängen in der Galerie Maria Kreuzer in Amorbach, wenn die Mosbacher Künstlerin Ulrike Thiele zur Ausstellung „Spielraum“ einlädt. Der erste Eindruck, sobald man die Räume betritt, ist jedoch ein ganz anderer: Nicht die Zeichnungen, Collagen, Papierobjekte und plastischen Arbeiten aus Kupferrohr fallen zunächst ins Auge, gerade Stammgäste der renommierten Galerie staunen über das Bild, das sich ihnen bietet. Thiele hat tatsächlich einen „Spielraum“ geschaffen, hat die Räume zu einem Gesamtkunstwerk umgestaltet, das Bekanntes und Vertrautes in einem neuen Licht erscheinen lässt. Kupferrohre wirken fast organisch mit Wänden und Decken verschmolzen, wachsen aus dem Putz heraus und verändern die gewohnte Räumlichkeit, großformatige Collagen und Montagen in dreidimensionaler Anmutung strahlen eine fast meditative Ruhe aus, Zeichnungen bilden schlüssige Vorstufen oder Pendants zu den Kupferrohrinstallationen, drei kleinformatige Collagen in Mischtechnik stellen eine Hommage an das Museum für zeitgenössische Kunst in Basel dar. Ihr Name – „Basel K. I – III“ – ist ausnahmsweise echte eine Interpretationshilfe und weist auf den konkreten Hintergrund hin. Alle anderen Namen sind aus einer Mischung aus Intuition, Phantasie und Gedankenspiel erwachsen, sind der Realität entwachsen und entziehen sich rationaler Interpretation. „Bodan“, „Pamira“, „Florin“ oder „Curran“ provozieren den Betrachter zu dem, worauf es der 1958 in Mosbach geborenen Ulrike Thiele vor allem ankommt: Sie will den Besucher der Galerie mit Gedankenräumen konfrontieren, will ihn zur Auseinandersetzung mit ihrer Sicht der Beziehung von Mensch und Raum anregen, will ihn ermutigen, einen eigenen Standort zu suchen und für sich zu finden – genau so spielerisch, genau so unverkrampft wie sie ihre Zeichnungen, Papierobjekte und Kupferskulpturen in einem spannenden Wechselspiel der Materialien und auch der Licht- und Schattenwirkung in der Galerie Kreuzer präsentiert.

Ulrike Thiele hat, das ist auch der Galeristin Maria Kreuzer ganz wichtig, diese Ausstellung speziell für die Amorbacher Galerie geschaffen und hier installiert, hat die plastische Wirkung der Zeichnungen und der Collagen in einen schlüssigen und immer wieder spannenden Kontext zum Raum und zu den Skulpturen-Installationen gesetzt, hat alle Räume der Galerie tatsächlich in ein Gesamtkunstwerk verwandelt, das die Handschrift der Ulrike Thiele zeigt, das aber immer wieder den Besucher selbst zum Aktiven macht, der für sich diese „neuen“ Räume erfassen und damit „für sich in Besitz nehmen“ soll.

Die Künstlerin, die in Pforzheim ein Designstudium an der FH für Gestaltung absolvierte, 1996 den Gedok-Preis und 2003 den Kunstpreis Odenwald erhielt und seit 1998 ein eigenes Atelier in Mosbach betreibt, hat vor einiger Zeit in einer Hommage für den Karlsruher Künstler Magnus von Stetten etwas gesagt, was auch für ihr eigenes Schaffen gilt: „Kunst wird dem Raum zugefügt, nicht einfach im klassischen Sinn nach sonst üblichen Kriterien gehängt.“ Und sie fuhr fort, als ob es damals die Amorbacher Ausstellung „Spielraum“ schon gegeben hätte: „Einerseits passt sich die Kunst in ihrer Variabilität dem vorhandenen Raum an, andererseits unterwandert sie auf subtile Weise die scheinbar bekannten Strukturen, hinterfragt sie, löst sie zuweilen auf, lässt völlig neue Assoziationen zu.“

So kann, jedenfalls für den sensiblen Betrachter, Kunst tatsächlich zu einem „Erlebnis“ werden, wie Josef Albers formuliert hat, als er definierte: „Darum ist Kunst dort, wo Kunst uns ergreift.“ (hlin)

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