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GALERIE MARIA KREUZER
IN AMORBACH 1975-2014

2012
AUSSTELLUNGS - PRESSE ARCHIV

Main-Echo 18-01-2012

Kitsch, Kunst oder göttliche Eingebung?

Ladislava Nouzecka präsentiert in Amorbach „was über den Verstand hinausgeht“


Amorbach.    In den nächsten vier Wochen werden Stammgäste der Galerie Maria Kreuzer in Amorbach verblüfft sein, wenn sie die Ausstellungsräume betreten und an der Stirnseite Bilder von Papst Johannes Paul II. und von Papst Benedikt XVI. entdecken, links und rechts von einer Mitra und in Farben, die skeptische Gemüter durchaus als „Bonbonfarben“ bezeichnen können. Die ausstellende Künstlerin heißt Ladislava Nouzecka, wurde 1953 im tschechischen Podborny geboren, emigrierte mit 27 Jahren in die USA, dann nach Kanada, schloss in München ein Keramik- und Malereistudium ab, und gelangte über Frankfurt nach Mönchberg, wo sie bis heute lebt und arbeitet.

Vor zwei Jahren erregte sie mit 14 Kreuzwegstationen in der Mönchberger Wendelinuskapelle große Aufmerksamkeit, leuchtende, helle Bilder, Figuren ohne Gesichter, zahllose Stempel auf den Gewändern, die Zusammengehörigkeit genau so symbolisieren sollten wie Abgestempeltsein, Zeichen für einengende Bürokratie als Teil der Passionsgeschichte und zugleich als Teil des Emigrationsschicksals der Malerin selbst. Seitdem wandert dieser Kreuzweg in einer beeindruckende „Tournee“ durch die Tschechei, die alte Heimat Nouzeckas, und trifft auch dort auf viel positive Resonanz.

Um die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Glauben geht es der Malerin und Keramikerin auch in Amorbach, wo meist ganz neue Werke zu sehen sind, Werke, mit denen so mancher kunstsinnige Besucher seine liebe Mühe und Not haben mag. „Kunst und Kirche – was über den Verstand hinaus geht“ hat Nouzecka als Titel für die Präsentation gewählt, und immer wieder betont sie, dass es ihr darauf ankam, den Verstand auszuschalten und sich ganz auf die Inspiration durch den Glauben einzulassen: „Die Farbstimmung ist mir so gegeben worden.“ In der Praxis sieht das dann so aus, dass die Stempel – auch in den neuen Objekten allgegenwärtig – auf manchen Bildern, auch auf denen im Stelenformat, so manchen neutralen Beobachter ohne die angesprochene „Inspiration“ an Tapetenmuster erinnern mögen, dass die Farben sehr gewöhnungsbedürftig sind und stellenweise der Farbgebung bei Kitschobjekten ähneln, auch wenn sich Vieles symbolkräftig durch die Farben im Kirchenjahr erklären lässt. Auch die beiden Papstbilder sollen ganz dezidiert die hohe Meinung spiegeln, die Nouzecka über den amtierenden Papst und seine Standfestigkeit hat, Bundsandsteine auf Präsentationskissen, versehen mit Glaubenssymbolen wie Kreuzen oder mit Quadraten aus Blattgold, sollen die Symbiose von Natur und göttlicher Erhöhung und zugleich den hohen Respekt vor der göttlichen Schöpfung spiegeln – für Menschen, die sich nur schwer darauf einlassen können und wollen, den Verstand auszuschalten, keine leichte „Kost“. Zumal der Begriff „Erhöhung“ durchaus ironisch doppeldeutig gemeint sein könnte, denn die Preise für Bilder und Objekte sind ebenfalls verblüffend hoch: Sandsteine für 850 Euro, Bilder in Öl auf Leinwand bis zu knapp 5000 Euro – rational ist das wohl wirklich nur schwer nachvollziehbar. Aber zugegeben: Es wird sicher gläubige Menschen geben, die auch diesmal in der Galerie Kreuzer auf ihre Kosten kommen und die Ausstellung mit leuchtenden Augen verlassen werden. Andere Kunstfreunde, die auf experimentelles Malen und Gestalten setzen, die in einer Galerie neue Kunstströmungen und –trends in hoher Qualität sehen wollen, werden noch in diesem Jahr bei Maria Kreuzer in Amorbach fündig werden, schon bei der nächsten Ausstellung in der zweiten Februarhälfte mit Bildern von Ulrike Thiele.

Heinz Linduschka

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